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Letzte Woche habe ich im Blog erklärt, wie man am besten Kontakt zu einem Redakteur aufbaut und diesen Kontakt pflegt. Das habt ihr bereits gemacht? Hervorragend, dann geht es hier weiter mit…

10 Dinge, die man beachten sollte wenn man sein Album für ein Review einreicht

Als Redakteur von  diversen Magazinen habe ich stetig wachsende Zahlen von Review Einsendungen bekommen. Dennoch sehe ich oft die gleichen Fehler, die die Chance verringern für ein Review in Betracht gezogen zu werden und das nicht nur in einem Genre, sondern das zieht sich durch sämtliche Bereiche. Ich habe mir Gedanken über verschiedene Dinge gemacht, die ihr auf jeden Fall beachten solltet wenn ihr ein Review einreicht. Hier sind 10.

1.Recherchiert

Stellt sicher, dass das Magazin/der Blog, dem ihr euer Album anpreist überhaupt an eurer Art von  Musik interessiert ist. Verwendet ein paar Minuten darauf ihre Webseite zu durchstöbern und prüft die Inhalte, die sie Posten. Wenn ihr Popmusik macht, seid ihr beim Metal Hammer eher an der falschen Adresse.

Nebenbei bemerkt finde ich es “ok” nach Kontaktinformationen zu fragen, E-Mails von Redakteuren, etc. Habt keine Angst euch kurz vorzustellen und die Verbindung anzugeben (Hey, ich bin Bob. Leadsänger der Bobbigen Bobs. Ich hoffe es ist okay, wenn ich dich direkt kontaktiere).

 

2.Fragt nicht, ob es sich jemand gerne anhören würde

Kontaktiert ihr ein Magazin, dass Albumreviews publiziert? Gut. Reviewen sie die Art von Musik, die ihr macht? Hervorragend. Nun, möglicherweise sind sie schon an eurer Musik interessiert oder zumindest von vorneherein neugierig. Sie haben wahrscheinlich auch nicht die Zeit um jede E-Mail zu beantworten. Und? Fragt sie nicht ob sie sich gerne anhören würden: stellt sie kurz vor und verweist auf den Ort, wo sie verfügbar zum anhören ist. Bonus Punkte gibt’s dafür sie nicht zu drängen eine E-Mail zurückzuschreiben.

 

3.Bietet einen Streaming/Download-Link an

Vor einiger Zeit, nachdem ich einem Musiker zurückgeschrieben habe ich sei interessiert (siehe#2), habe ich so eine Antwort bekommen:

„Ich kann dir keine Streaming-Link geben aber ich würde dir gerne eine Hard Copy schicken.“

Warum? Warum sollte man Geld für einen Luftpolsterumschlag und Versandkosten ausgeben, wenn ihr mir einfach einen Streaming-Link schicken könnt? An diesem Punkt ist es nur ein erstes reinhören, eine Einschätzung. Das Album wird vielleicht nicht genommen und ihr verschwendet eine Kopie, die für andere Formen von Promotion hätte genutzt werden können.

Wie lange würde es dauern das Album in eine private Soundcloud upzuloaden und einen geheimen Link zu teilen? Oder das Album einfach in eure Dropbox zu packen und es dem Redakteur zu schicken?

Ich weiß wie viele jetzt gerade vor diesem Artikel sitzen und sich denken: Jeder dieser Redakteure aus jedem kleinen Online-Magazin will aber eine CD haben zum Reviewen.
Schickt ihnen gerne eine zu, NACHDEM ein Review reingekommen ist.

Ich war selbst Redakteur für Online- sowie Printmagazine und ja, viele Redakteure wollen kostenlose CDs haben um ihre Sammlung zu erweitern. Meistens um sie „besser zu besprechen, weil etwas Haptisches ja besser ist als nur ein digitaler Link“.

Wenn wirklich Interesse an einem Review besteht, kann man Redakteure gerne mit einer Kopie eures Albums belohnen. Aber nachdem das Review eingetrudelt ist 😉

 

4.Wenn ihr wirklich einen Download-Link  anbieten müsst, macht es einfach und bequem

Wenn ihr nicht herausfinden könnt wie Soundcloud funktioniert oder wenn ihr eine Art Streaming-Veganer seid, dann bietet einen öffentlichen Download-Link an – keine Einladung zum so-und-sovielten Cloud Service: Es sollte keine Registrierung nötig sein um auf  eure Musik zugreifen zu können.

Sorgt auch dafür, ein gutes Dateiformat anzubieten: kein .WAV oder .OGG, die zu groß sind. ( Mit solch großen Formaten arbeitet man im Tonstudio.. aber nicht zu Hause am Rechner zum Reviewen.) Die Tracks sollten klar bezeichnet sein (001.wav, 002.wav, 003.wav? Das landet sofort im Papierkorb. Wie soll der Redakteur was zu euren Songs schreiben, wenn er nicht mal sieht wie sie heißen).
Mp3 ist ein perfektes Format. Es ist kleines Datenformat und hat im Vergleich zu einer WAV Datei kaum Qualitätsverlust.

5. Bietet einen Streaming-Link an

Ja echt jetzt. Bandcamp, Soundcloud & hundert weitere. Nochmal wichtig: Der Redakteur soll sich NICHT registrieren. Das schreckt 90% bereits wieder ab 😉

6. Baut eine Landing-Page für euer Album

Baut eine Seite auf  eurer Webseite speziell um euer Album zu promoten (nenn es ein EPK wenn du willst.). Am besten auch keinen Eintrag irgendwo auf deinem Blog, sondern wirklich eine alleinstehende Seite auf eurer Page. Diese Seite sollte einem einzigen Zweck dienen: Eure Musik hören und euch kennenzulernen. Kürzt die URL und gebt ihr einen einprägsamen Namen wie bit.ly/Madhouse, es wird einfacher sie so auf Twitter, Facebook, per E-Mail, auf Printmedien, etc. zu teilen.

Deine Landing-Page sollte/könnte beinhalten:

Einen kurzen Einführungstext, ein Video über euer Album, einen Link zum vollständigen Pressetext(als eine zweite Seite oder PDF), einen Audio Player, Links zu euren Social Media Accounts ( Um dem Redakteur auch zu zeigen wie viele Fans ihr in den einzelnen Netzwerken gesammelt habt, die alle dann das Reviews lesen, wenn ihr es teilt), eure Kontaktinformation (oder ein Kontaktformular).

Bonus: hi-res Fotos+ Cover Art. Für die Bandfotos sollten sowohl Landschaftsformat als auch Portrait bereit gestellt werden.

7. Einfach Vertrauen haben

Sagt den Redakteuren nicht, dass sie den Link für sich behalten sollen: Ja, es gibt unehrliche Menschen überall und wir alle wissen das. Aber seien wir mal ehrlich: Der Redakteur wird ein paar Stunden in eure Band investieren, hört eure Musik und schreibt ein Review. Ihm dann zu implizieren er könnte das Album im Internet illegal verbreiten oder bei seinen Freunden ist nicht gerade der beste Ansatz die gute Stimmung des Redakteurs zu fördern.

Abhängig von der Größe des Magazins, kann es sein, dass der Link mit anderen Autoren oder Redakteuren geteilt wird. Dieses Risiko müsst ihr in Kauf nehmen. Das ist einfach so.

Und seien wir mal ehrlich: Wenn ihr Angst haben müsstet, dass jetzt 50.000 Leute euer Album illegal runterladen, anstatt es zu kaufen… Dann würdet ihr nicht hier sitzen und lesen was ich euch zu sagen habe.  Das Problem mit den illegalen Downloads und dem Verlustgeschäft haben Bands, die Kommerziellen Erfolg feiern.. Und da wollen wir aber erst Schritt für Schritt hin 😛

8.Bietet Kopien als Giveaway an und sie selbst zu versenden

Ich bin mir sicher, dass Redakteure es begrüßen werden wenn ihr selber etwas als Giveaways anbietet für ihr Magazin. So etwas ist meisten mit einem Gewinnspiel verbunden und ihr bekommt definitiv die Reichweite der Magazine für eure  Musik dazu. Und wisst ihr was? Wenn ihr die CD selbst versendet, habt ihr die Kontrolle darüber, wie ihr euch mit einem potenziellen Fan in Verbindung setzen willst und ihr könnt etwas beifügen:

Einen personalisierten Dankesbrief. Wer mag es nicht ein persönliches Schreiben von einer Band zu bekommen?, Eine Einladung eurem Newsletter beizutreten per gekürzter URL oder einem QR Code (Eine der einzigen guten Anwendungen von QR Codes), Einen Coupon für eine zweite Kopie zu einem reduzierten Preis. Versucht es jemand der eure Musik mag, wird den Coupon wahrscheinlich einem Freund geben.

9.Sende keine Massen-E-Mails 

Tut es einfach nicht., nein ehrlich STOP DAT SHIT! Es fühlt sich zwar effizienter an, aber es ist kontraproduktiv – besonders wenn ihr Leute das erste Mal kontaktiert. Wenn ihr zwanzig Stunden habt um euch mit euren potenziellen Kritikern zu Verbinden, dann zielt lieber besser (siehe#1) und schreibt personalisierte E-Mails. Zehn Qualtiäts E-Mails, die gezielt sind, sind besser als 150 anonyme Mail Postfach Explosionen

Mögt ihr Es Massenmails zu erhalten? Niemand tut es. Klick, und gelöscht.

10. Follow Up Mails oder nicht. Das ist hier die Frage

Ich würde Ja sagen, aber nur wenn du der Follow-UP-Nachricht einen Wert gibst. Du fragst dich nun sicher „Wie?“ Erst einmal, versuch NICHT Schuldgefühle beim Redakteur zu wecken, weil er noch nicht geantwortet oder etwas gepostet hat (Es ist schon drei Wochen her und wir haben immer noch nichts von euch gehört).  Schlechte Idee ( ganz schlechte ). Stattdessen, stellt eine Verbindung her, indem ihr eine Publikation selbst nutzt. Ein Review, das sie vor ein paar Tagen gepostet haben, war über das neue Megadeth Album? Erklärt inwiefern Megadeth  einen Einfluss auf euer Album X/Y/Z hatte. Bietet etwas an, das helfen könnte das Review zu schreiben, ob ein interessanter Winkel (das einzige Album der Musikgeschichte, dass eine Lead Triangel mit begleitender Blockflöte verbindet mit harten Klängen des Thrash Metal’s) oder vielleicht einen Einblick in euren kreativen Prozess (ein Interview mit einem der Band Mitglieder, dass ihr auf eurem persönlichen Blog gepostet habt).  Bleibt knapp, bleibt freundlich! Wichtige Regel am Rande: Nicht öfter als 2x… Wenn keine Reaktion vom Magazin kommt, kommt halt keine. Sowas passiert. ( Das klingt nach echt viel Arbeit )

Ja, weil es viel Arbeit ist und ihr könnt nicht von Leuten, deren Job es ist CDs zu reviewen, verlangen es für euch zu tun. Je weniger Leute tun müssen um an eure Musik zu kommen, desto eher werden sie offen dafür sein sie sich anzuhören. Reduziert die Reibung auf ein Minimum.

Und am Schluss…

Wenn euer Album genommen wird, teilt das Review mit euren Followern in so vielen Netzwerken wie möglich. Fügt ein Zitat aus dem Review zum Presse-Teil eurer Webseite-  und ein Link zurück zum original Review hinzu (Traffic in ihre Richtung zurückzusenden, ist ein aufmerksamer Weg um dem Magazin zu danken; sie werden wissen, dass es von euch kommt).

Wenn ihr nicht genommen werdet, kann es viele Gründe geben warum, und bei recht wenigen geht es um Musik: Ihr habt die falsche Seite angepeilt, das Timing hat nicht gestimmt oder ihr habt ein paar Fehler gemacht, die es zu schwierig gemacht haben an eure Musik zu gelangen?

Ich hoffe, dass ich auch mit diesem Artikel wertvolle Informationen weitergeben konnte und freue mich über jedes Fedback.

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